Aus der Geschichte des Gasthauses zur "Sonne"

1634 Nach der Nördlinger Schlacht brannte in Lorch die große Herberge ab. Sie war ein Erblehen des Klosters Lorch, und der Wirt war verpflichtet, "bey Strafe von 5 Pfund Heller von einem Mittag zum anderen nicht ohne Wein zu sein."
1724 Das Grundstück, auf dem ehemals die große Herberge stand, war Eigentum des Kronenwirtes Albrecht Schönleber. Seine Tochter Maria Margaretha heiratete 1723 den Handelsmann und Eisenfaktor Johann Georg Seebold von Reichenbach-Fils. Das junge Paar ließ das Gasthaus "Zur Sonne" erbauen - an der gleichen Stelle, an der sich zuvor die große Herberge befunden hatte.
1764 Zu Beginn dieses Jahres wohnte die Familie Schiller für einige Zeit in der Herberge "Zur Sonne". Johann Kasper Schiller war 1763-66 Werbeoffizier in Schwäbisch Gmünd. Sein Sohn Friedrich war, als die Familie nach Lorch kam, 5 Jahre alt.
1768 13. August. Johann Georg Seebold verkaufte sein Anwesen für 4800 fl. an Johann Martin Irion, Ratsherr in Lorch, geboren 1721 in Tuttlingen.
1787 Christina Katharina, Enkelin des Sonnenwirtes Irion, heiratete Johann Daniel Bareis, einen Sohn des Sternwirtes von Welzheim. Johann Friedrich Bareis, ein Sohn dieses Ehepaares, war von 1820-45 Schultheiß in Lorch.
1812 Napoleon, der mit der großen Armee nach Russland aufbrach, habe von der Treppe der "Sonne" zugesehen, wie die Soldaten vorbeimarschierten.
1813 Nach dem Tode ihres Mannes heiratete Christina Caterina Bareis, Hohann David Palmer, der 1774 in Hebsack geboren wurde, wo sein Vater Lammwirt und Heiligenpfleger war.
1814 10. September. "Ritt nach Lorch im Regen. Besichtigung der Klosterkirche. Mittagessen in der Sonne, der Clavierspieler. Besuch in der Oberamtei. Auf dem Rückweg Betrachtung der Gemälde der verreisten Cameralverwalterin." (Aus dem Tagebuch Ludwig Uhlands).
1847 Johann Jakob Kurrlin (geb. 1818 in Uhlbach) kauft die "Sonne".
1854 J.K.Kurrlin verkauft die "Sonne" an Johann Dav. Schrayh, Küstermeister und Kronenwirtin Lorch, dessen Vater Wirt "Zum Roten Haus" war.
1872 Katharina Frederike Schray heiratet den Gmünder Gastwirt Wilhelm Wiedmann (gest. 1899).
1867 Eduard Mörike wohnt für 2 Jahre in Lorch; er war schon 63 Jahre alt, als er hierher kam, und seine dichterische Kraft war erloschen. Reiche Aufschlüsse über seinen hiesigen Aufenthalt geben seine Briefe und sein Lorcher Hausbuch, in dem kleine, alltägliche Ereignisse durch Bilder mit kurzem Text festgehalten werden. Auch in der "Sonne" war er nicht selten zu Gast. Weil seine Wohnung klein war, bestellte er für seine Freunde, die ihn besuchten, in diesem Gasthaus ein Nachtquartier, so z.B. für Moritz v. Schwind, Friedrich Theodor Vischer, Pfarrer Hartlaub und andere.
1906 bis 1967 war Adolf Scheunig Besitzer des Gasthauses zur "Sonne".